Carl Peter Thode


Carl Peter
Thode lernte ich kennen
auf meiner ersten Mitglieder-
Versammlung im Jahr 2014.

Er saß mir gegenüber und er
sprach natürlich plattdeutsch.
Neben mir saß Jochen Mähl.

Ich fragte ihn:
„Carl Peter, wie alt bist Du ?“

„Tachenunttachentich“, antwortete er.

Ich verstand kein Wort !

Tachenunttachentich„, sagte nun auch Jochen,
und beide amüsierten sich königlich und wiederholten es immer wieder.

So begann unsere Freundschaft.

Das Foto (oben) entstand auf der Beerdigung von Peter Böhm.
Carl Peter hat sich, wie man sieht, in Schale geschmissen, um
Peter Böhm die letzte Ehre zu erweisen.

Wo immer wir uns trafen, strahlte Carl Peter mich an:  „Ricarda !“

Wir trafen uns auf den Mitgliederversammlungen, beim Plattdeutsch-Unterricht,
in der Niederdeutschen Bibliothek und manchmal ganz unerwartet, wenn
Carl Peter mal wieder seinen Drahtesel in die Bahn schob.

Beim letzten Mal in der Bahn sagte er zu mir:

„Ricarda, ick glöb, ick leve nich mehr lang.“

Da war er wohl 93 Jahre alt.

Ich denke immer gern an ihn.
Sogar, als wir einen Stand auf der ALTONALE hatten,
ließ er es sich nicht nehmen, uns als Hummel zu unterstützen.

.
Nun hat uns die Mitteilung erreicht,
dass Carl Peter im Alter von 98 Jahren
verstorben ist.

Wir werden Dich nicht vergessen.

Du hast als Fahnenträger viele Mitglieder
würdevoll begleitet und aus jeder Beerdigung
einen Festakt gemacht.

Nun ist es an uns, Dir die letzte Ehre zu erweisen.
                                                  Margit Ricarda Rolf & Karl-Peter (Grube)

 

Nachtrag

Gestern, am Freitag, den 24.07.2026, fand die Trauerfeier
in der Kapelle des Neuen Niendorfer Friedhof statt.

Wir, Karl-Peter & ich (Ricarda) kannten diesen Friedhof nicht
und waren zeitig vor Ort. – Es ist ein evangelisch lutherischer Friedhof.

Die Trauerfeier war schlicht gehalten, fast schon spartanisch.
Die Gäste wurden beim Einlass gebeten ein Teelicht
vor dem Bild von Carl Peter abzustellen.

Es handelte sich um ein Urnenbegräbnis, was mich überrascht hat.

Bedenkt man, dass Carl Peter „Fahnenträger“ unseres Vereins war,
der zahlreiche Begräbnisse mit unserer Fahne begleitet hat, und dass
diese zu einem großen Teil Erdbestattungen waren, bei denen die Träger,
die Fahne, Hummel und Zitronenjette und der Seemanns-Chor
eine große Rolle gespielt haben, Zeremonien und Traditionen,
dann scheint es merkwürdig, wenn seine eigene Beerdigung
so ohne jedes Tam Tam verläuft.

Wir begannen mit dem Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“.
Die Pastorin erzählte von Carl Peters Leben und wir erfuhren so Dinge,
die wir nicht wussten und auch nicht vermutet hätten.

Beeindruckt hat mich, dass es neben der Liebe zur plattdeutschen Sprache
das Tanzen in einer Tanzschule als gemeinsames Hobby verbindet,
(darüber haben wir nie gesprochen) und dass Carl Peter noch als 90-Jähriger
Dienst im Schwimmbad durch führte als Mitglied des DLRG.

Bescheiden und freundlich wie Carl Peter war,
hat er wenig über sich selbst gesprochen.
Auch seine Zeit in englischer Kriegsgefangenschaft
hatte er niemals erwähnt.

Wir verließen die Kapelle unter der sanften Melodie des Schneewalzers
und ich konnte daher nicht umhin, mir vorzustellen, wie er uns womöglich
im Walzertakt zum Grab begleitet haben mag.

Es war ein stiller Abschied und eine Einladung für uns
über das eigene Leben und Abschiednehmen nachzudenken …

  

                                                                Margit Ricarda Rolf & Karl-Peter (Grube)

*Das Foto wurde von unbekannt darauf gelegt.

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